Jennifer Götz aus Bad Kissingen hat nicht nur auf Landesebene, sondern auch national Beachtung für ihre Bestatterqualitäten bekommen. Foto: Thorn Plöger

Bad Kissingen

Sechs Fragen an eine Bestatterin, die nicht jeder stellen würde

Jennifer Götz kennt den Tod. Und sie ist ausgezeichnet im Umgang mit Verstorbenen. Die nun ausgelernte Bestatterin wurde vergangenes Jahr zu einer der besten deutschen Auszubildenden ihres Fachs gekürt. In ihrem Ausbildungsbetrieb in Bad Kissingen arbeitet sie mittlerweile nicht mehr, ihrem Handwerk bleibt sie aber weiterhin treu. Wir haben ihr sechs Fragen gestellt, die den Job als Bestatter*in von einer anderen Seite beleuchten.

Frage: Kann man Tote noch spüren, obwohl sie tot sind?

Jennifer Götz: Ich denke, die Frage ist Ansichtssache. Aber ich persönlich finde das Erinnern an den Verstorbenen und die gemeinsam erlebte Zeit sind ein gutes Synonym für spüren.

Wen würdest du nicht bestatten?

Jennifer Götz: Die Bestattungspflicht in Deutschland macht es unmöglich, jemanden nicht zu bestatten. Außerdem ist jeder Mensch gleich im Tod. Er kann weder Gutes noch Schlechtes mehr tun.

Sprichst du mit den Toten?

Jennifer Götz: Tatsächlich baten mich Angehörige schon, Ihren Liebsten noch ein paar Worte zu sagen, da sie selbst nicht mehr dazu in der Lage waren. Das Vertrauen, das einem hiermit gegeben wird setze ich somit gerne in die Tat um.

Was war die fürchterlichste Musik, die du auf einer Trauerfeier gehört hast?

Jennifer Götz: Tatsächlich fand ich noch kein Lied äußerst schrecklich. Irgendwo steckt ja immer der Bezug zum Verstorbenen, den man als Bestatter nicht nachvollziehen kann. Stattdessen aber die Familie und Trauergäste. Und darauf kommt es an.

Was macht dich zu einer der besten Bestatter-Azubi*nen Deutschlands?

Jennifer Götz: Interesse am Beruf und die Bereitschaft auch Dinge für die Schule zu lernen, die man vielleicht schwierig oder uninteressant findet. Das viele Lernen hat sich definitiv ausgezahlt.

Hast du schon über deine eigene Beerdigung nachgedacht?

Jennifer Götz: Ja, habe ich. Allerdings bin ich noch zu keinem endgültigen Entschluss gekommen. Lieber mache ich mir Gedanken darüber, was in meinem Leben noch kommt als was passiert, wenn es vorbei ist.

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