Corona / Urlaub
Während der Corona-Krise machen viele Deutsche Urlaub in Deutschland, wie beispielsweise auf der Insel Sylt. Foto: Carsten Rehder (dpa)

Würzburg

Wie Corona unsere künftigen Reisegewohnheiten verändern kann

Gereist sind die Menschen schon immer – um dem Alltag zu entfliehen oder sich zu erholen, Neues zu erleben, fremde Länder und Landschaften zu entdecken, andere Kulturen oder auf einer Selbstfindungsreise sich selbst besser kennenzulernen. Bis vor kurzem waren wir noch frei darin, uns zu entscheiden, wann und wohin unsere Reise gehen soll. Seit der Corona-Krise hat sich das geändert. Grenzen zu anderen Ländern wurden geschlossen, ein weltweites Reiseverbot wurde ausgesprochen.

Bis wir unseren Urlaub wieder überall machen können, wird es noch dauern. Unser deutscher Reisepass wird die kommenden Monate wohl eher in der Schublade liegen bleiben, vielleicht sogar so lange bis es einen Impfstoff gegen das Virus geben wird. Wie privilegiert wir vorher waren, macht uns die Krise mehr denn je bewusst. Aber: Inwieweit werden sich unsere Reisegewohnheiten verändern, wenn die Krise vorüber ist? Was können wir lernen?

Reisen wird erst einmal etwas teurer werden

Kurzfristig gesehen wird das Reisen wohl teurer werden. Durch die Abstandsregelungen, an die sich Hotellerie und Airlines halten müssen, verzeichnen diese Branchen hohe Einbußen. Der Urlaub könnte dadurch im kommenden Jahr einige Euro mehr kosten. Ein Anreiz, sich das Ganze gut zu überlegen. Im Geschäftsreisesektor kann ebenso eine Veränderung erfolgen, da Unternehmen in der Krise realisieren, dass sich Dienstreisen auch durch Online-Meetings ersetzen lassen können. Eine Vermutung: Geschäftsreisen könnten ein dauerhafter Rückläufer werden. 

Ebenfalls kurzfristig: Hygiene wird ein größeres Thema

Auch das Thema Hygiene wird nach überstandener Krise sicherlich immer noch eine große Rolle spielen. Und zwar hinsichtlich der Massen-Buffets im Hotel, genauso wie die Hygienemaßnahmen in Verkehrsmitteln. Eine Folge davon könnte sein, dass die Menschen weg vom Massentourismus in der Ferne gehen und lieber hin zu näheren Orten, die man mit dem Auto oder sogar mit dem Fahrrad erreichen kann, um sich einen entspannten Urlaub in einer Ferienwohnung zu machen.

Wir entdecken gerade unsere touristische Nachbarschaft

Neben all den negativen Folgen könnte diese Krise eine Chance auf ein Umdenken der Gesellschaft bieten, in Bezug auf einen nachhaltigen, bewussten und sozialverträglichen Tourismus. Was uns allerdings auf jeden Fall bleiben wird, ist das Entdecken unserer näheren Umgebung und wunderschönen Heimat.

Wer füllt direkt die Instagram-Kanäle, wenn wieder geflogen werden darf?

Es könnten sich vor allem zwei gegenläufige Trends nach Corona entwickeln. Junge Menschen wird es wohl eher schneller wieder in die Ferne ziehen um ihre Reiselust zu stillen und ihre Instagram-Kanäle zu füllen, während vor allem Risikogruppen wahrscheinlich noch eine Weile zurückhaltend sein werden. Diese Zurückhaltung wird allerdings auch, wie andere Krisen bereits gezeigt haben, höchstwahrscheinlich schnell wieder abnehmen.

Die Chance: Mehr Wertschätzung und Gedanken über das eigene Reiseverhalten 

Die Chance besteht aber, dass viele Menschen in der Corona-Zeit mehr über ihr Reiseverhalten nachdenken und auch das Bewusstsein für nachhaltiges Reisen steigen könnte. Jetzt wo wir gesehen haben, dass durch den Lockdown in den Kanälen in Venedig plötzlich wieder sauberes Wasser fließt, Wildtiere sich aus ihren Verstecken wagen und der Smog über China sich gelichtet hat.

Die Pandemie könnte vielleicht ändern, wie und wohin wir reisen. Denn unsere Reiselust wird bleiben. Die Menschen werden immer noch neue Orte sehen wollen, aber sie werden vorsichtiger dabei sein. Die Hoffnung bleibt, dass vor allem die Wertschätzung für das Reisen wieder steigen wird. Denn seine Selbstverständlichkeit hat es den letzten Monaten definitiv verloren.

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